Heute gibts ne Pilzpfannne aus selbstgesammelten Waldpilzen! Denn gestern haben wir eine geführte Pilzwanderung gemacht und dabei einen kleinen Einblick in die Vielfalt der heimischen Waldpilze bekommen. Bis Dato waren Speisepilze für mich: Champignons, Pfifferlinge und Kräuterseitlinge. Diese stammen aber immer aus Pilzkulturen und nicht aus dem Wald nebenan, was ja viel spannender ist! Entsprechend groß war die Freude über diese angebotene Exkursion der Pilz-Sachverständigen Eugen Pawslowski und Monika Matten-Allerbeck.

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Hervorragende Speisepilze, der Parasol (l) und der Ackerschirmling (r)
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Zum Einstieg gab es bereits einen kleinen Einblick in die Welt der heimischen Speisepilze und wie diese anhand von typischen Merkmalen (eine Ausweisnummer quasi) zu erkennen sind, was besonders wichtig ist, damit die Pilzsammlung nicht zur unangenehmen Erfahrung wird. 

Den Fliegenpilz mit seiner markanten Färbung kennen wir alle. Er gilt als das Aushängeschild für nicht genießbare Pilze hierzulande. Für eine sichere Bestimmung muss er jedoch diese Orangefärbung unter der Haut aufweisen, da es Pilze gibt, die dem Fliegenpilz auf den ersten Blick ähneln. Aber wir wollen ihn ja sowieso nicht essen. 🙂

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Der Fliegenpilz (Giftpilz) gehört zu den Knollenblätterpilzen

Die Suche geht los!

Nach der Einführung ging es dann rein in den Wald. Mit insgesamt 15 Personen auf die Suche nach dem sprichwörtlichen Männlein im Walde. Einige der Teilnehmer hatten schon einen geübten Blick für Speisepilze und so kamen schnell die ersten Exemplare zum Vorschein.

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Violetter Rötelritterling (Speisepilz)
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Maronen-Röhrling (Speisepilz)

Jetzt will ich aber auch!

Stets unter der Aufsicht von Pilzexperten Eugen Pawslowski und Monika Mattern-Allerbeck konnten schnell einige verschiedene Speisepilzarten ausfindig gemacht werden, sodass auch ich als vollkommenner Laie dann nach genauem Hinsehen und Identifizieren durch die geschulten und erfahrenen Augen der beiden Sachverständigen die ersten Pilze sammeln konnte. Was für ein tolles Gefühl von Naturverbundenheit!

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Gold-Röhrling (Speisepilz)
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Violetter Lacktrichterling (Speisepilz)
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Ocker- oder Zitronen–Täubling (Speisepilz)

Nach einer guten Stunde Pilzsuche im Wald, mit vielen interessanten Gesprächen über das doch eher unscheinbare Leben der Pilze ging es zurück zum Treffpunkt, um die Ausbeute zu besichtigen, sodass auch wirklich nur Speisepilze den Weg in die Pfanne finden.

Der größte Teil des Pilzes, das Myzelgeflecht, befindet sich unter der Erde. Der Fruchtkörper, also der für uns sichtbare Pilz ist das Fortpflanzungsorgan und dient dazu die Sporen in der Natur zu verteilen.

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Nachdem alle Körbe begutachtet und kontrolliert wurden, konnten wir uns sicher sein, dass alle gesammelten Pilze für den Verzehr geeignet sind und die Vorfreude, damit in der Küche zu experimentieren sehr groß. Doch vorher gab es noch ein paar faszinierende Besonderheiten zu erfahren. Unter anderem von einem Pilz – der zwar kein Speisepilz ist aber unter UV-Licht eine richtige Show abliefert. Er trägt den Namen „Grünblättriger Schwefelkopf“ und macht seinem Namen alle Ehre.

Funky Mushrooms!

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Giftig aber wunderschön: Grünblättriger Schwefelkopf

Unter der UV-Lampe zeigt sich der Schwefelkopf in giftigem Schwefelgelb

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Pilze in Pulverform

Schon einmal Pilze getrocknet und zu Pulver verarbeitet? Zugegeben, angesichts der Tatsache, dass so ein Pilz je nach Art zu ca. 95% aus Wasser besteht und die Trockensubstanz somit entsprechend gering ausfällt, landet er bei mir wohl eher in der Pfanne als im Pulverglas. Allerdings war ich sehr überrascht von dem intensiven Aroma solch getrockneter Pilze, für viele Gerichte bestimmt richtig gut einsetzba! Bonus: wir haben sogar ein kleines Tütchen geschenkt bekommen. *freu!

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So viel Input muss verdaut werden…

Die insgesamt ca. dreistündige Exkursion war wirklich sehr spannend und voller neuer Eindrücke. Allerdings hat mir zum Schluss schon ganz schön der Kopf gequalmt. Ich habe versucht mir so viel wie möglich zu merken und in Erinnerung zu behalten um diesen Beitrag zu schreiben. Doch wer sich mit dem Thema Pilzen beschäftigt, wird schnell merken dass es einen ziemlich großen Datenfluss gibt. Weil die Welt der Pilze einfach so wahnsinnig groß und komplex ist. An dieser Stelle ein riesen Kompliment an Eugen und Maria, die sich mit so viel Kompetenz und Begeisterung diesem Thema widmen, so dass keine Fragen unbeantwortet geblieben sind. Zum Abschluss gab es dann noch einen Einblick in die Literatur mit tollen Büchern und schönen Illustrationen.

Fazit: Ein lehrreicher Tag, mit so vielen interessanten Eindrücken, die sich gar nicht auf einmal abspeichern lassen. Trotzdem wollte ich euch hier einen Einblick verschaffen und vielleicht auch neugierig machen für dieses spannende Thema! Ich finde solche Ausflüge die einem die Natur etwas näher bringen immer wahnsinnig toll und bin froh über Menschen wie Eugen und Maria die sowas möglich machen. Außerdem kann ich jetzt 2-3 Pilzarten bestimmen und wage auch mal einen Waldspaziergang inklusive Pilzsuche. 🙂

In diesem Sinne vielen vielen Dank an Eugen und Maria für diesen tollen Tag!

Hat dir der Artikel gefallen? Dann hinterlasse mir doch einen Kommentar. Ich freue mich immer sehr darüber mit euch ins Gespräch zu kommen, hier und auf meinem Instagram-Account @janskochwelt . 🙂 Vielen Dank und bis bald!

Herzlichst, Jan